Schwänzchen in die Höh’…

Ein Artikel von Khun Krut

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Emil liest Zeitung. Deutschsprachig. Nid soll an seinen Erkenntnissen teilhaben. Emil liest vor und ergänzt sinngemäß:

„Da steht, die Vielweiberei sei in Thailand erst vor wenigen Jahrzehnten abgeschafft worden, Thaimänner hätten aber nach wie vor Nebenfrauen.

Thaigattinnen würden sich damit abfinden. Darum verstehe ich nicht, warum du so ein Gezeter machst, wenn ich mich mal –rein platonisch- für ein hübsches Mädchen interessiere. Das ist reine Freude an der gelungenen göttlichen Schöpfung und weiter nichts, frei von jedem sündigen Gedanken“, sagt Emil.

„Es liegt daran, dass wir verschiedene Zeitungen lesen“, erwidert Nid. „In meiner steht nämlich, eine Thaifrau habe ihrem untreuen Ehemann nachts, als er betrunken von seiner Mia-Noi (Nebenfrau) kam, den Penis abgeschnitten und diesen an einen Luftballon gehängt, damit ihn der Gatte nicht mehr annähen lassen kann“.

„Die Tragfähigkeit eines Thaiballons ist für Farang-Gliedmaßen nicht ausreichend!“ Gibt Emil erleichtert zu bedenken.

Nid meint, Emil sei ein Angeber und abgesehen davon gefalle ihr die von einer anderen betrogenen Thaifrau gefundene Lösung ohnehin besser. Diese habe das sündige Glied in kleine Schnipselchen gehackt und die Stückchen den Enten verfüttert. Diese sinnige Art der Bestrafung fand Nid besonders gelungen und habe sie sich für den Bedarfsfall eingeprägt. Von damit abfinden und von gewähren lassen stehe weder etwas in Nids Thai-Zeitung noch könne sie Derartiges in ihren Gedanken ausmachen!

Nid fasst also zusammen: „Mir gefällt am besten die Ent-lösung, oder wie du oft sagst: Ente gut, alles gut!“

Emil dagegen: „Es fällt mir immer mehr auf, dass dein Verhalten mit den allgemein gültigen Zeitungsmeldungen nicht übereinstimmt und dass du dich nicht nach dem richten willst, was in Thailand üblich ist. Du solltest dein Verhalten, das jede Demut und jeden Gehorsam vermissen lässt, baldigst gründlich überdenken, bevor es zu spät ist“, gibt Emil zu verstehen. „Hier steht beispielsweise, das thailändische Schulsystem sei einzig und allein auf Auswendiglernen und Gehorsam ausgerichtet, man können deshalb mit Thailändern nicht diskutieren, weil sie nicht dazu erzogen worden seien, eigene kritische Gedankengänge zu entwickeln. Du aber hast ständig mir widersprechende Meinungen und willst immer das letzte Wort behalten“, ergänzt Emil.

Nid kontert: „Erstens weiß ich ja nicht, dass du nichts mehr sagen willst und zweitens sollte es deine Zeitung in Blindenschrift geben. Dann könntest du sie nämlich mit geschlossenen Augen lesen und dabei weiterträumen, Es hat sich in Thailand doch längst herumgesprochen, dass ihr Europäer, auf der Flucht von euren diskussionsfreudigen Emanzen, in die ärmchen anschmiegsamer, williger, gehorsamer, samthäutiger Dienerinnen eilen wollt und schwer enttäuscht seid, wenn euren Männerträumen recht bald ein schmerzliches Erwachen folgt. Ihr müsst endlich lernen, dass eine Oper immer erst dann zu Ende ist, wenn die letzte Arie verklingt und das ist selten ein Happy End! Dann geht’s heim zu Muttern, im Gepäck viel ärger, Verlust und Enttäuschung. Wie du mir erklärt hast, hat euer Wort von der Enttäuschung etwas damit zu tun, dass man sich getäuscht hat und dass diese Täuschung nun der wahren Erkenntnis gewichen ist. Vergiss das nie, lieber Emil, wenn du, beim Anblick einer gelungenen göttlichen Schöpfung, wieder einmal auf dumme Gedanken kommst“, sagt Nid und trällert, im theatralischen Abgang, hüftschwingend vor sich hin:

„Alle meine Ent-sen, swimmen auf dem See, swimmen auf dem See, Köp-sen in dem Wassel, Swänz-sen in del Höh’….“

© 2005, Kurt Winterhalder

Dieser Beitrag erschien im Original bei www.Thaifrau.de