Die Bekanntschaftsanzeige

Ein Artikel von Xenu Sion

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Vor einem Jahr fand ich eine Annonce in einer Chiangmaier Werbezeitung:"IFC" (International Frienship Club) für seriöse Vermittlung

Interessehalber rief ich dort an und vereinbarte einen Termin. Traf mich dann mit Mr. O. in einem Gasthaus in dem Gebiet, wo viele internationale Rucksacktouristen absteigen. Als er deutlich zu spät dann doch noch kam, habe ich mich sehr lange in seinem Büro mit ihm über sein Vorhaben und die Vorstellungen seiner Kandidatinnen unterhalten. Er hatte ein paar Ordner mit Offerten von Thailänderinnen, die einen Ausländer suchen. Photo (die üblichen unmöglichen "Landschaftsaufnahmen mit Vogelscheuche") und ein kurzes Profil, insgesamt schätzungsweise 30 Frauen. Er wollte das Geschäft, das er übernommen hatte, ausbauen. Ich habe viel Interessantes über thailändisches Verhalten von ihm erfahren. Zum Schluss sagte ich ihm, dass ich nicht an seine Idee glaube.

Nachdem ich eine Woche umhergetourt war, dachte ich mir, warum eigentlich nicht, versuch es doch mal. Natürlich ging es um Geld, aber der zu erwartende Spaß und Kenntnisgewinn waren es mir wert. Mr. O. fährt übrigens BMW, und ich erreichte ihn auf seinem Cellularphone in Pattaya. Also vereinbarten wir einen zweiten Termin. Ich wurde für ein Jahr Mitglied in seinem IFC und bezahlte für das Meeting, das er mit der Frau arrangierte, die ich mir wegen des einzigen guten Photos ausgesucht hatte.

Nach einem Anruf von ihm, in dem er meine Vorzüge pries, wurde das Treffen für den Abend vereinbart. Er gab mir noch ein paar Hinweise für mein Auftreten. Die Frau kam wider Erwarten allein, er stellte uns gegenseitig vor und ich lud sie zum Essen ein. Vorher fuhren wir mit ihrem Auto noch bei einer großen Buchhandlung vorbei, um geeignete Wörterbücher zu kaufen. Dann lotste sie mich in ein ansprechendes Lokal am Mae Nam Ping. Ihre Schwester, eine Studentin, servierte dort und sollte mich wohl begutachten. Da diese aber extrem kurzsichtig, andererseits aber eitel war, hat sie wohl nicht viel von mir mitbekommen. Jedenfalls haben wir uns recht gut unterhalten können.

L. arbeitet in einer Bank, wo sie jeden Tag einer gewissen Anzahl Kunden ATM-card-Verträge aufschwatzen muss. Ihr Studium hat sie im zweiten Bildungsweg absolviert. Inzwischen weiß ich, dass sie ein workaholic ist, sie sitzt neben ihrem offiziellen Job täglich bis spät in die Nacht in einem Reisebüro, um die üblichen Angebote an Farangs zu verkaufen. Es gibt oft Tage, da überhaupt kein Kunde kommt.

Ein halbes Jahr später war ich mit meinen Töchtern in Thailand. Ich hatte ihnen einen Abenteuerurlaub mit Kontakt zu Einheimischen versprochen. Zum Restaurantbesuch am Abend kam L. mit ihrer Tante und ihrer Cousine. Danach begleitete sie uns noch ein paar Tage auf einer Rundreise. Wir haben dabei ein paar schöne Ecken kennen gelernt, wo die Thais eigentlich unter sich bleiben.

übrigens habe ich oft erfahren müssen, dass Thaimänner verstohlen und begehrlich auf blonde Ladies schielen, sich aber Ihrer Ohnmacht ob ihres Minderwuchses durchaus bewusst sind. Thailänderinnen dagegen haben mir oft gestanden, dass sie neidvoll auf die langen geraden Nasen und prall gefüllten Oberteile der Farangfrauen schauen, die man oftmals paarweise in mausgrauen Pullovern durch Chiangmai walzen sieht. Na ja. ("Sie hatte ein Kleid aus Kamelhaar an, man konnte noch sehen, wo die Höcker waren")

An Brennpunkten des Thaitourismus wurde mir häufig von Familien, die selbst sehr leckere Töchter mit sich führten, deutlich zu verstehen gegeben, dass meine eigenen "bjutifun" seinen und ich musste sie dann auch oft für lustige Familienausflugsphotos ausleihen. Ich selbst war das schon gewöhnt, nicht wegen vorgenannter Eigenschaft meinerseits, sondern weil ich die Landschaft etwas weiter überrage. Da darf ich dann sogar mal meinen Arm zärtlich um die heranwachsende Tochter legen. So verschieden sind die Geschmäcker.

Die Sache mit L. ist dann übrigens im Sande verlaufen, sie war mir dann doch zu verhalten in ihren Bekenntnissen und überhaupt hege ich den Verdacht, dass sie entweder verheiratet oder der Lockvogel von Mr. O. war. Dieser soll den Nebenjob inzwischen aufgegeben haben und lebt offiziell von den Farangs in seinem Gasthaus. Vielleicht hatte ich recht mit meiner Einschätzung seines voraussichtlichen Geschäftserfolges

© 2002, Xenu Sion

Dieser Beitrag erschien im Original bei www.Thaifrau.de