Was treibt die Mädchen in Pattaya?


Ein Artikel von Günther Ruffert, Thailand

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In den verschiedenen Thai - Foren liest man immer wieder Postings, in denen sich über die Treulosigkeit und Geldgier der Mädchen an den Bars beklagt wird. Hier werden in der Regel die eigenen angeborenen oder anerzogenen Verhaltensmuster auf Menschen projiziert, die in einem ganz anderen Kulturkreis, mit ganz anderen Wertvorstellungen groß geworden sind.

Man sollte doch mal versuchen, seine auf das Gemeinschaftsleben in unserer Gesellschaft zugeschnittenen Farang Denkens- und Verhaltensmuster beiseitezustellen, und objektiv zu betrachten, was die Barmädchen in Pattaya treiben. Sie versuchen eine Dienstleistung gegen Geld zu verkaufen. Ist das nicht auch das was jeder von uns im Berufsleben tut? Wir verkaufen, oder vermieten je nach Fähigkeiten unseren Kopf oder unsere Hände, und erwarten dafür die bestmögliche Entlohnung. Jeder der Waren verkauft - von Aldi bis zum Mercedes-Händler -, oder der Dienstleistungen anbietet - vom Frisör bis zum Bauunternehmer - versucht doch dem Kunden soviel Geld abzunehmen, wie dieser freiwillig hergibt. Die Barmädchen gehen in der Regel - zumindest bei einigermaßen vertrauenserweckenden Typen - mit, ohne vorher nach dem Geld zu fragen. Daß sie nach vollbrachter Arbeit dann ihren Lohn erwarten ist doch nur selbstverständlich. Wer sich so ein Mädchen mit ins Hotel nimmt, ist keineswegs besser als das Mädchen, und er ist sogar schlechter, wenn er ihr den verdienten Lohn verweigert. Die Typen, die in den Foren über die Schlechtigkeit und Geldgier der Barmädchen jammern, sind doch die Liebeskasper, die sich selbst in der Illusion wiegten, das Mädchen wäre wegen ihrer schönen Augen mit ihnen ins Bett gekrochen.

Selbst wenn sich dann aus dem ursprünglich von beiden Seiten nur als One-Night-Stand gedachten Verhältnis eine längere Beziehung entwickelt, bleiben die Grundlagen die gleichen. Der Mann will Liebe, das Mädchen will Geld. Deswegen fällt mit ziemlicher Sicherheit jeder auf die Nase, der sich nach ein paar Tagen in Pattaya eine Frau zum Heiraten mit nach Deutschland nimmt, und denkt, daß es auch für das Mädchen die große Liebe ist.

Auch wenn es nicht der Regelfall ist, so kommt es doch oft vor, daß sich nach längerer Bekanntschaft eine gute und dauerhafte Ehebeziehung entwickelt. Diese Ehen sind dann sicher nicht schlechter, als deutsche Ehen. Aber auch hier sollte sich der Mann darüber klar sein, daß seine Frau nicht nur erwartet versorgt zu werden, sondern auch die finanzielle Möglichkeit hat, ihre Familie in Thailand zu unterstützen. Es bleibt dann seinen finanziellen Verhältnissen, und vor allem seinem Verstand überlassen, wieweit er da mitspielt. Wenn aber einige Leute tönen, daß sie nicht im Traum daran denken, eine Mark für die Familie im Isaan rauszurücken, dann wissen sie gar nicht, was sie ihrer Frau damit antun, und dürfen sich nicht wundern, wenn die Verbindung daran zerbricht. Das Verlangen der Frau, ihre Familie zu unterstützen, ist auch das wesentliche Merkmal, was thai-deutsche, von deutsch-deutschen Verbindungen unterscheidet. Ansonsten erwartet auch in Deutschland die Ehefrau vor allem Versorgung für sich und ihre Kinder. Die Bedürfnisse des Mannes kommen erst in zweiter Linie. Wer das nicht glaubt, der wird spätestens dann eines besseren belehrt, wenn der Rausch der großen Liebe verflogen ist, und es zu ernsten Eheproblemen kommt.


© 2001, Günther Ruffert

Dieser Beitrag erschien im Original bei www.Thaifrau.de

Ruffert

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